Ensemble 2015

Regie: Sophie Stierle


Spiel:
Franziska Bachmann Pfister
Christoph Fellmann
Marco Sieber
Sarah Schneider
Stimme: Jörg Dathe


Musik: Patrik Zosso
Ausstattung: Nina Steinemann
Maske: Dorothea Stich
Licht: Martin Brun, Fish&Light GmbH
Bau/Technik: Martin Finsterle
Sound: AUVISO, Fabian Weibel
Grafik: Erich Brechbühl, Mixer

Das Stück

In den drei Tragödien „König Ödipus“, „Ödipus auf Kolonos“ und „Antigone“ erzählte Sophokles (497/496 v. Chr. bis 406/405 v. Chr), wie ein Orakel nicht nur das Leben von Ödipus voraus bestimmte und schliesslich auslöschte, sondern auch das seiner Söhne und Töchter.
Der 55-jährige norwegische Autor Jon Fosse fasst die drei klassischen Texte in „Tod in Theben“ zu einem dichten, atemraubenden Familiendrama zusammen. Der reduzierte und höchst intensive Text erzählt den Fall des Königs Ödipus, sein Exil auf Kolonos und den Tod seiner Tochter Antigone. Durch die knappe Partitur drücken Schuld, Schweigen und Einsamkeit. In der Person von Kreon – der einzigen Figur, die in allen drei Teilen der Trilogie auftritt – stellen sich aber auch realpolitische Fragen der Macht und der Ranküne.

Jon Fosse hat die drei Dramen nicht einfach neu übersetzt. Er hat sie neu geschrieben, ist dabei aber der Handlung nahe geblieben: Auch bei ihm bringt Ödipus seinen Vater Laïos um und zeugt vier Kinder mit seiner Mutter Iokaste, ohne zu wissen, dass er sein Vater ist und sie seine Mutter; auch bei Fosse erkennt Ödipus seinen Fehler, sticht sich die Augen aus und verlässt Theben blind gen Kolonos, geleitet nur von seiner Tochter Antigone; auch bei Fosse verflucht Ödipus seine Söhne Eteokles und Polyneikes, so dass sie sich im Kampf um Thebens Thron gegenseitig töten; auch bei Fosse gesteht der neue König Kreon ausschliesslich Eteokles eine Beerdigung zu, Antigone jedoch begräbt Polyneikes; auch bei Fosse lässt Kreon Antigone zur Strafe lebendig in ein Felsengrab sperren, obwohl sie die Verlobte seines Sohnes Haimon ist; auch bei Fosse erhängt sich Antigone und Haimon bringt sich um. Man könnte sagen, das sei Sophokles für Eilige. Mag sein, vor allem aber ist es Sophokles für heute. Bei Jon Fosse gewinnen die Figuren und ihre Sprache eine erstaunliche zeitgenössische Direktheit, und ihre Positionen vertreten sie ganz unverstellt, was die Eskalation der Konflikte ohne Umschweife vorantreibt. Das Schicksal des Ödipus und seiner Nachkommen war und ist auch in dieser Version ein Schocker.

Plakat von Erich Brechbühl für «Einige Nachrichten an das All»

Aufführungsort:

Das Theater Aeternam nimmt sich den grösstmöglichen Freiraum, um die Frage nach der Freiheit zu stellen. Es spielt „Tod in Theben“ im Fussballstadion des FC Kickers mitten in der Stadt Luzern - auf einem Feld also der millionenfachen Spielvarianten, in einer Arena des Zufalls und der verborgenen Strategie.

Flyer «Save the Date» für Tod in Theben

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